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Walter Lietha / Irene Mazza

Troubadoure - 2 Konzerte in den 2 schönsten Dialekten der Schweiz

Irene Mazza

Seit über 25 Jahren schreibt Irene Mazza eigene Lieder.
Mit ihrem Debütalbum “Fullstop” (2016) durchbricht die Weltenbürgerin Sprachgrenzen genauso spielerisch wie Tabus.

Ihre Lieder in fünf Sprachen bewegen, berühren und regen zum Denken an. Mit ihrem Lied "Aberäbä" gewinnt die gebürtige Bielerin das Troubadix Mundart-Liederfestival 2020.

Nun ist sie bereit für ihr zweites Album, das im Sommer 2021 erscheint. Diesmal auf Berndeutsch! Unverblümt, po-ethisch, keck.
www.irenemazza.ch

Die innere Stimme singen lassen –
Gedanken über Walter Lietha

Oliver Primus
Eine helle und klare Stimme, die Satz um Satz zum Ausdruck bringt, was sie spürt, sieht, erkennt, bedauert und nicht will am Zustand dieser Welt: Walter Lietha, 1950 geboren, ist ein feinsinniger, im Bündner Dialekt singender Künstler, Sänger und Dichter, in der Tradition der Troubadoure, die seit dem 12. Jahrhundert von Aquitanien aus die Welt, die sie vorfinden, besingen und spiegeln, zwischen Liebeslyrik und Natursehnsucht, mit deutlichen Worten über Macht und Unrecht, ernst und komisch, aber vor allem melancholisch.
Wie nötig! Wer melancholisch ist, spürt die Spanne zwischen Wahrheit und Unwahrheit, zwischen der Schwere der Welt und der Leichtigkeit des Paradieses. Und sich dabei treu zu bleiben, mit klarem Blick, wie die Menschen miteinander leben – oder gegeneinander, wie Macht uns alle betrifft und viele korrumpiert, wie das Geld in fast alle Bereiche menschlichen Lebens eingedrungen ist und blind macht für das Dasein, wie die Natur uns zeigt, dass wir nicht auf gutem Kurs sind.
Meist bedeutet älter werden: resignieren, sich nicht mehr äussern. Walter Lietha hat nicht aufgehört zu singen und erreicht mit seinen Liedern die tieferen Gefühle der Menschen, webt mit ihnen ein unsichtbares Band, das für Augenblicke die Solidarität untereinander wieder spürbar werden lässt. Und das gegen jeden Gegenwind, denn es gibt Kräfte, die wünschten sich, dass wir seine Lieder nicht zu Gehör bekämen.
Am Anfang steht immer die Inspiration:
I khöra Stimma und gsehn Gsichter
immer nöcher immer dichter
Und uf eimol han i wieder Lust zum singa
Gitarra, Büechli, Bleistift, Spitzer
Spiala suacha summa Wörter
Und scho bald git das denn as Liedli


Das Korrekturprogramm will nun gar nichts vom Dialekt wissen, er setzt sich trotzdem durch, zum Glück, weil es die Sprache der Seele ist, ihrer tieferen Schichten. Musikalisch sind bei Walter Lietha und seinen Mitmusikern viele Einflüsse spürbar, er singt mit grossem Tonumfang und wird immer von einem Swing getragen, der auch schweren Texten eine Leichtigkeit verleiht.
- Zu den treuen Begleitern seines ganzen Lebens gehören ebenso Bücher, Bücher, Bücher... auch
aus ihnen destilliert er seine Texte, angebunden an das wirkliche Leben und seine Erfahrungen darin, aus vielen Reisen und Begegnungen.
Eine Schlüsselstelle findet sich in seinem Lied: „Zyt isch do“:
Der Mensch isch weder guat no schlächt
As isch nu d’Macht wo unrächt macht
Wenn s’Gäld amol vom Zins befreit
Der Boda für alli sini Frücht denn treit
Kai Präsident, kai General
Kai Monopol und kai Befehl
Bruchts do damit miar läba könn
In Freiheit, wien i si verstohn
Zyt isch do ...

Ort: Uclivetta

Eintritt: CHF 20.- / für Personen unter 25J CHF 15.-